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Was wir wollen, was wir fordern!   |   Download Protestflyer

Im Jahr 2008 wurde über den Berliner Liegenschaftsfonds der Großteil der Anlage des ehem. größten Kinderheims der DDR verkauft. Seitdem ist ein Leerstand zu verzeichnen und die Anlage scheint in einen „Wartezustand“ versetzt zu sein. Der bauliche Zustand der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ist dem stetigen Verfall ausgesetzt und die Freiflächen weisen einen verwahrlosten Zustand auf. Gerüchte und Spekulationen zur angestrebten Entwicklung des Standortes gab es in der Vergangenheit zur Genüge. Eingetroffen ist bisher nichts – außer jeder Menge Feuchtigkeit in der Bausubstanz.



 
 


Der übrige Teil der Anlage (Haus V und Umgebung) steht Anfang 2013 im Rahmen eines Bieterverfahrens über den Liegenschaftsfonds des Landes Berlins ebenfalls zum Verkauf – vielleicht mit dem gleichen Ergebnis wie im Jahr 2008? Das ist nicht weiter hinnehmbar! Im Bieterverfahren spielen die Nutzungskonzeptionen der Interessenten keine Rolle, lediglich der höchste Preis ist ausschlaggebend. Damit sind soziale Projekte von vornerein benachteiligt in der Liegenschaftsvergabe, womit auch deren Nachhaltigkeit in Frage gestellt werden muss. Die geschichtliche und emotionale Vergangenheit der Immobilien finden keinerlei Beachtung, nur die maximale Gewinnerwirtschaftung steht im Vordergrund. Die Stadt verkauft ihr Kapital und sich somit am Ende selbst. Schließlich können sich zuletzt die Bürger nicht mehr mit ihr identifizieren. Daher unterstützen wir auch die Initiative Stadt Neudenken und zeichnen deren Positionspapier mit.


 


Die gesamte 12 Hektar umfassende Anlage des Kinderheims kann als kulturhistorisches Denkmal eingestuft werden. Die über vier Jahrzehnte durchgeführte Betreuung von Kindern und Jugendlichen in dieser ehem. zweitgrößten Kinderstadt in Europa ist von bleibendem Wert und kann in die Geschichte der DDR und der Heimerziehung allgemein eingeordnet werden. Die emotionale Bindung der ehem. Bewohner an dieses Gelände ist nicht zu unterschätzen, weshalb es uns im Namen aller ehem. Königsheider ein Anliegen ist, dass dieser Ort auch zukünftig vorwiegend durch Kinder, Jugendliche und heutige sowie ehem. Heimkinder genutzt wird. Deshalb fordern wir den Stopp des Verkaufs von Haus V, ein Umdenken in der Berliner Liegenschaftspolitik, die Nutzung von vorhandenen Potenzialen und dem Gestaltungswillen der Berliner sowie die Schaffung von mehr Räumlichkeiten für die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt und dies ohne das jeder Cent mehrmals umgedreht werden muss. Eine Investition in die jüngsten Bürger dieser Stadt, ist zugleich eine Investition in die Zukunft dieser Stadt. Soziale Einrichtungen der Stadt – so wie es das ehem. größte Kinderheim der DDR war – müssen als soziale Räume erhalten werden. Wir unterstützen daher auch die Aktion Jugend verschwindet.
 


Mit der Gründung einer Bürgerinitiative per Beschluss in unserer Mitgliederversammlung am 30.11.2012 wollen wir den Ort des Kinderheims Königsheide/A. S. Makarenko, welcher für tausende Menschen prägend für ihre Kindheit war, bewahren, in der Öffentlichkeit bekannt machen und ihm einen nachhaltige und für das Gemeinwohl dienliche Nachnutzung im Rahmen der Daseinsfürsorge ermöglichen, seine Bausubstanz, Würde und Geschichte retten und ihn als wertvollen Schatz der Stadt und nicht als Ware verstehen. Wir fordern daher das Land Berlin und die Eigentümer auf, uns in die weiteren Entscheidungen, die das ehem. Kinderheim betreffen, einzubeziehen und uns entsprechend anzuhören.
 
Ein Nutzungskonzept für die gesamte Anlage ist in Anlehnung an die EJB Werbellinsee durch den Verein bereits erarbeitet.
 
Für die zukünftige Freiflächengestaltung liegt im Rahmen einer Diplomarbeit von Monika S. ebenfalls ein Konzept vor.
 
Wir rufen daher dazu auf:
 
Beteiligen Sie sich an der Initiative – Retten Sie den Ort unserer Kindheit!
 
Weitere Informationen über den Königsheider Eichhörnchen e.V. finden Sie unter
www.königsheider-eichhörnchen-ev.de